Donnerstag, 10. Oktober 2013

Die Besetzung der US-Botschaft in Teheran 1979

Dieses Ereignis prägte die Beziehung zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und der Islamischen Republik Iran wie kein zweites. Was für die Iraner die US-Rolle in der Entmachtung des demokratisch gewählten Ministerpräsidenten Mohammad Mossadegh 1953 war, war für die Amerikaner die 444-tägige Besatzung der eigenen Botschaft in Teheran.
Dieses Ereignis brannte sich Regelrecht in das kollektive Gedächtnis der Amerikaner und Amerikanerinnen ein, obwohl der grösste Teil nicht einmal weiss was da genau passiert war, noch haben sie jemals etwas von der Beteiligung ihres Landes an dem Putsch 26 Jahre zuvor gehört. Was sich einbrannte war die tagtägliche Berichterstattung jeweils zur besten Sendezeit am Abend, als Millionen vor dem Fernseher sassen und sich die Bilder aus Teheran anschauten. Sie konnten nicht verstehen was sich dort abspielte, warum es sich überhaupt abspielte und warum die Supermacht Amerika nichts zur Rettung dieser Geiseln unternehmen konnte.

Diese zwei Ereignisse aus den Jahren 1953 und 1979 haben mitunter dazu geführt, dass eine gesamte Region mit knapp 185,5 Millionen Menschen über die Jahre hinweg zu einem Schauplatz von Instabilität, Kriegen und Chaos werden konnte. Während die USA versuchten das grösste Land dieser als Middle East bekannten Region an allen Ecken und Enden zu bekämpfen, auch über mehrere Länder hinweg, versuchte der Iran seine regionale Stellung zu behaupten welche ihm aufgrund der Grösse und der immensen Ressourcen zugestanden hätte.

Das am 04. November 1979 die US-Botschaft von einem wütenden Mob gestürmt wurde ist heute hinreichend bekannt, aber nicht weshalb es dazu gekommen ist. Angesichts der aussichtsreichsten Möglichkeit einer Annäherung zwischen diesen beiden Ländern seit diesem verhängnisvollen November vor 44 Jahren ist diese Frage aber äusserst wichtig. Die Klärung dieser Frage wird dazu beitragen, dass sich das Bild welches sich dem kollektiven Bewusstsein der Amerikaner und Amerikanerinnen so dermassen eingebrannt hatte, mit der Zeit ändern wird. Es ist wichtig das diese Aufklärung endlich stattfindet um das über Jahrzehnte gepflegte Feindbild auf beiden Seiten zu entkräften, deshalb widme ich diesen Post dem Versuch einer Normalisation zwischen den USA und dem Iran.

Der Weg zum 04. November 1979

Was am 04. November 1979 passierte, war Rückblickend lediglich die klare Konsequenz der amerikanischen Beteiligung an der Herabsetzung des Ministerpräsidenten Mossadegh im Jahr 1953 und der anschliessenden Verfestigung der Macht des Shah`s. Dieser amerikanisch/britische Coup gegen Mossadegh beendete die erste Demokratie (auch wenn diese Demokratie aus westlicher Sicht nicht perfekt war, dennoch war es eine die der nationalen Realität Rechnung trug) im Mittleren Osten und führte direkt zur Diktatur des hinter dem Pfauenthron verkleideten Pahlavi-Regimes.
Für die USA (und die Briten) gab es ab diesem Zeitpunkt niemand anderes mehr im Iran als ausschliesslich Shah Mohammad Reza Pahlavi. Das brachte natürlich gewisse Vorteile für die Amerikaner: sie mussten nur noch die Gunst des Monarchen für sich gewinnen um eigene handfeste wirtschaftliche Interessen auszunutzen. Die Gunst des Shah`s für sich zu gewinnen war eine der leichteren Übungen für die Amerikaner, immerhin wusste der Shah wem er seine aktuelle Macht verdankte und dass er auch in gewisser Weise von den Amerikanern abhängig war.

Das wirkliche Problem war der Realitätsverlust der dieser verhängnisvollen Umarmung zwischen der politischen Elite in Washington und dem Pahlavi-Hof in Teheran folgte. Dadurch dass sich das Weisse Haus nur noch auf den Shah konzentrierte und mit der Zeit auch mächtige Verbündete für den Shah heranwuchsen, bekam der US-Präsident so gut wie gar nichts mehr mit was sich tatsächlich im Iran abspielte. Diese absichtliche Unterdrückung von jeglichen Informationen welche den Shah in einem negativen Licht hätten darstellen können oder der sich bildenden Unzufriedenheit im iranischen Volk, war das Werk des US-Botschafters in Teheran Armin Meyer (ab 1965 bis 1969) und des Nationalen Sicherheitsberaters der Administration von Lyndon B. Johnson, Walt Rostow.

US-Botschafter Meyer und sein politischer Kanzler, Martin Herz, setzten die anderen Mitarbeiter der Botschaft unter Druck nur positive Meldungen nach Washington ins Aussenministerium zu kabeln und hielten aber gleichzeitig jeglichen Versuch von ambitionierten Mitarbeitern zurück, Kontakte zur iranischen Opposition zu knüpfen. Es wurden nicht nur die negativen Fakten aus dem Iran zurückgehalten, auch die vielen Briefe die von Iranern geschrieben wurden die entweder in den USA bereits lebten oder aus dem Iran geflohen sind, wurden von Walt Rostow und weiteren Mitarbeitern des Weissen Hauses abgefangen so dass der US-Präsident nichts davon mitbekam.
Es bildete sich eine vollkommene Dunkelheit über der Realität im Iran.

Diese totale Verschmelzung zwischen der Elite der amerikanischen Politik und Wirtschaft mit dem Pfauenthron im Iran, erreichte mit der Administration von Präsident Richard Nixon seinen absoluten Höhepunkt. Zwischen Mohammad Reza Pahlavi und Richard Nixon entwickelte sich so etwas wie eine tiefe Verbundenheit, die bereits auf das Jahr 1953 zurückführte als Nixon das erste Mal den Shah in Teheran besuchte.
Doch nicht nur der US-Präsident war es der in dem iranischen Monarchen einen engen Partner sah. Diese "Allianz" setzte sich über US-Aussenminister bzw. Nationalem Sicherheitsberater Henry Kissinger, Vize-Präsident (und späterem Präsident) Gerald Ford, Nelson Rockefeller, Senatoren Jacob Javits, Barry Goldwater, Abraham Ribicoff (allesamt dem jüdischen Glauben zugehörig) hindurch. Barry Goldwater wurde 1973 vom Shah persönlich in den Iran eingeladen wo er eine Woche in Saus und Braus erlebte, und später wenig überraschend im Senat den Shah in höchsten Worten lobte:
"Die Stärke des Anführers, sein Verständnis der Probleme seiner Nation, sein brennendes Verlangen diese zu lösen sind die Zeichen von guter Führung und die Resultate werden, meiner Meinung nach, spektakulär sein."

Genau das war das Ziel des Shah`s. Er versuchte den Iran als wichtigsten Verbündeten der USA zu positionieren, und zwar am liebsten weltweit. Aus diesem Grund und auch wegen seiner eigenen persönlichen Totalüberschätzung seiner Grösse, begann der Shah den Ausbau seiner Militärstreitkräfte auf Kosten der Entwicklung seines Landes. Insbesondere die Luftwaffe war sein "Lieblingskind". Nur das beste vom Besten sollte es sein. High-End Flugzeuge wie die F-14 Tomcat sollte es sein, dabei galt dieser Flugzeugtyp zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal als sicher aufgrund der Schwierigkeiten mit der Elektronik und den zu hohen Produktionskosten.  Diese Probleme führten schliesslich dazu, dass der Hersteller der F-14 Tomcat, Grumman, nahezu pleite war und nur durch iranische Kredite gerettet werden konnte!
Obwohl immenser Widerstand im Pentagon gegen den Verkauf der F-14 an Iran wuchs, drängten Nixon und Kissinger dazu diesen Verkauf zu bewilligen. Schliesslich wurde der Iran zu diesem Zeitpunkt das einzige Land auf der Welt, das nebst den USA über diese Kampfflugzeuge verfügte.
In nur etwas mehr als 1.5 Jahren, zwischen Januar 1973 und September 1974, unterzeichneten US-Unternehmen Verträge über 11.9 Milliarden US-Dollar mit dem Iran.
Im März 1975 folgte dann ein Vertrag über 15 Milliarden US-Dollar, wo sich die USA verpflichteten acht Atomkraftwerke im Iran zu bauen. Dieser Deal galt zu dieser Zeit als das grösste jemals abgeschlossene Geschäft zwischen zwei Ländern. Damit der Iran das alles aber überhaupt finanzieren konnte, war der Shah auf hohe Erdölpreise angewiesen die seit dem Yom Kippur Krieg im Oktober 1973 und der anschliessenden Ölkrise explodiert waren.

Während dieser ganzen Zeit herrschte so etwas wie eine Goldgräberstimmung im Iran. Ganze Industrien wurden aus dem Boden gestampft, unzählige Infrastrukturprojekte wurden angegangen und es bildete sich eine für die Region respektable Mittelschicht. Gleichzeitig wuchs aber auch die Bildung dieser Mittelschicht. Immer mehr Menschen konnten Lesen und Schreiben, besuchten Universitäten im Ausland und kehrten mit einem grossen Wissensvorsprung zurück nach Hause. Viele Menschen begriffen dass der eingeschlagene Kurs des Shah`s, insbesondere seine zu enge Umarmung mit den USA, nicht gut für das Land ist. Die Militärausgaben und die Energiediversifikation auf Atomenergie wurde als von den USA aufersetzt empfunden.
(Eine der ganz grossen Ironien in der Beziehung zwischen dem Iran und den USA ist es, dass Mitte der 1970er Jahre die Iraner den Shah und gleichzeitig die USA für den Aufbau der Atomkraftwerke verantwortlich machten, weil sie diese enormen Kosten für überflüssig hielten angesichts der reichen Erdölvorkommen. Genau das gleiche Argument benützen jetzt die USA und Israel, indem sie behaupten dass der Iran doch gar keine Atomenergie braucht aufgrund der riesigen Gas- und Ölvorkommen)

Als dann noch der frisch zurückgetretene CIA-Chef Richard Helms umgehend auf den Posten des US-Botschafters 1973 in Teheran geordert wurde, schlugen die anti-amerikanischen Ressentiments grosse Wellen im Iran. Für die Iraner war es klar, dass nun die CIA hochoffiziell die Vertretung der Vereinigten Staaten von Amerika übernommen hat und der Shah nichts weiter als ein Handlanger der Amerikaner und der CIA war. Man muss sich diesbezüglich vor Augen führen, dass 20 Jahre nach der CIA-Beteiligung an dem Coup gegen Mossadegh die USA noch weit davon entfernt waren, diese Tatsache zuzugeben und sich beim iranischen Volk zu entschuldigen. Für die Iraner sah das Ganze also so aus, als ob schon wieder etwas gegen sie am zusammenbrauen ist und die CIA ihre Finger im Spiel hat. Um diese immer lauter werdende Gegenwehr des iranischen Volkes einzudämmen, griff der Shah auf immer brutalere Repressionsmethoden zurück und hetzte den Inlandsgeheimdienst SAVAK auf jegliche Opposition im Volk.
Mit der Ankunft von Richard Helms als Botschafter in Teheran, begann die CIA auch tatsächlich ihre Aktivität im Iran auszubauen. Ein neues elektronisches Überwachungssystem, Project IBEX, wurde als Gemeinschaftsprojekt der CIA/NSA und dem iranischen Geheimdienst ins Leben gerufen. Zum IBEX-Projekt gehörten 5 hochgeheime Abhöranlagen auf iranischem Boden, wovon 3 Anlagen gemeinsam mit der CIA/NSA und mit iranischen Spezialisten betrieben wurden und 2 Anlagen (Tracksman 1 + Tracksman 2) ausschliesslich mit US-Agenten besetzt waren. Unterstützt wurden diese Abhöranlagen durch eigens dafür durch die USA umgerüstete Flugzeuge des Typs Hercules C-130 und Boeing 707, welche dafür sorgten dass die Verbindung zwischen den einzelnen Stationen auch über die hohen Berge hinaus gewährleistet blieb. Für die USA bedeutete das Project IBEX eine einmalige Gelegenheit die Sowjetunion auf diesem Teil des Riesenreiches auszuspionieren, wo man bisher "blind" war.
Obwohl das Projekt ein Gemeinschaftsprojekt zwischen dem Iran und den USA war, finanzierte der Iran das gesamte Projekt! Die Kosten von 500 Millionen US-Dollar sorgten schliesslich 1977 zur Verstimmung in der Beziehung zwischen den beiden Ländern, als der Iran ein Jahr zuvor herausfand dass US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld viel mehr in Rechnung stellte für das Projekt als es tatsächlich gekostet hat. Und das zu einer Zeit, als die Ölpreise sanken und den Iran in eine schwere Wirtschaftskrise brachten. Hier wurde aber auch bereits die Abneigung von Donals Rumsfeld zum Iran deutlich sichtbar.

Um Herr über diese Wirtschaftskrise zu werden, begann der Shah ein Sparprogramm durchzusetzen welches aber hauptsächlich an der eigenen Bevölkerung geschah. Tausende von staatlichen Agenten wurden in die Basare entsandt um die Preise zu kontrollieren. Verkäufer wurden verhaftet wenn sie zu hohe Preise verlangten, Geldwechsler daran gehindert mit Devisen zu handeln. Schliesslich wurden auch die staatlichen Gelder für die iranische ulama, also den Klerus, gestrichen, was zu einer enormen Verschärfung der ohnehin bereits bestehenden Spannungen zwischen der ulama und dem Shah führte. Im Jahr 1977 beobachteten viele Ausländer im Iran einen Trend, der sozusagen die Islamische Revolution zwei Jahre später einleitete.
Plötzlich fingen tausende von jungen Menschen an sich ihrem Glauben zuzuwenden. Sie suchten Schutz in den Moscheen vor der Repression des Pahlavi-Regimes und hörten mit Hingabe den Predigten der Mullahs. Sie fingen an islamische Praktiken und Riten wieder in den Alltag einzubeziehen. Junge Frauen verhüllten sich selbst mit dem Chador und gingen so zur Schule oder in die Universitäten, obwohl das vom Staat untersagt war. In jenen Städten wo die Polizei auf den Strassen die verhüllten jungen Frauen aufgriff und sie zum "normalen, westlich-modernen Stil" zwang, trugen die Frauen den Chador in ihren Taschen bis zur Schule und zogen ihn dort schliesslich über. Religiöse Schulen erlebten einen plötzlichen Andrang von Studenten und in der heiligen Stadt Qom gab es zahlreiche religiös-inspirierte Demonstrationen gegen den Shah.

Damit nicht genug, als Mohammad Reza Shah und seine Frau im November 1977 zu einem Staatsbesuch in Washington weilten, gab es massive Proteste und Demonstrationen gegen sein Regime und dessen Unterstützung durch die USA.


Als US-Präsident Jimmy Carter, zusammen mit seiner Frau Rosalynn, Mohammad Reza Pahlavi und seiner Frau Farah, am 15.11.1977 eine Rede vor dem Weissen Haus in Washington hielt, setzten die Demonstranten Tränengas ein was diesen Staatsbesuch zu seinem der grössten Pannen der Sicherheitskräfte machte.



Dieses Drama weitete sich noch weiter aus, als US-Präsident Jimmy Carter nur 6 Wochen später auf Einladung des Shah`s die Silvesterfeierlichkeiten beging. Am 31. Dezember 1977 gab Carter in einer Pressekonferenz ein Statement ab, welches zu einer wahren Explosion im Iran führte:
"Iran unter der hervorragenden Führung des Shah`s, ist eine Insel der Stabilität in einer der schwierigeren Regionen dieser Welt. Das ist ein grosser Tribut für Sie, Eure Majestät, und für Ihre Führungspersönlichkeit, und für den Respekt, Bewunderung und Liebe welches Ihr Volk Ihnen entgegenbringt."

Der grösste Widersacher des Shah`s, Ayatollah Ruholla Khomeini, kritisierte dann auch den US-Präsidenten massiv als er sagte: "Carter sagt, dass die Menschenrechte unveräusserlich sind, aber dann sagt er, "ich will nichts über Menschenrechte hören". Natürlich hat er aus seiner Sicht Recht; er folgt der Logik von Banditen. Der Kopf einer Regierung welches die Menschenrechtsdeklaration unterzeichnet hat, sagt, "wir haben Militärbasen im Iran, wir können dort nicht über Menschenrechte sprechen. Respekt für die Menschenrechte ist nur in Ländern möglich wo wir keine Militärbasen haben."

Grossdemonstrationen brachen in mehreren Städten im Iran Mitte Februar aus. Hunderttausende Menschen protestierten gegen den Shah in Tabriz, Mashhad, Teheran, Isfahan, Miyanah, Zarand, Khurramshahr, Yazd und Zanjan. Die Demonstrationen hielten über das gesamte Jahr 1978 an und gipfelten schliesslich in dem als "Schwarzer Freitag" bekannt gewordenen Massaker in Teheran.
Von Januar 1978 bis Februar 1979, bis zu dem Zeitpunkt also wo die Massendemonstrationen die Herabsetzung des Shah`s erzwangen und damit das Ende der Pahlavi-Dynastie besiegelten, starben etwa 12`000 Menschen während den äusserst blutigen Demonstrationen.

Als nach dem Sturz des Shah`s durch die islamische Revolution sein ärgster Widersacher Ayatollah Khomeini aus dem französischen Exil nach Teheran zurückkehrte, entbrannte gleichzeitig in Washington eine politische Krise aufgrund des Kollapses des Pahlavi-Regimes. Nicht nur dass die USA einen der engsten Verbündeten in der Region verloren, sie verloren auch jegliche Kontrolle über die US-Investitionen im Iran. Zu erwähnen bleibt insbesondere der Verlust der Spionagebasis im Iran im Kalten Krieg gegen die Sowjetunion.
Unmittelbar nach dem Sturz fragte man sich in Washington wie so etwas überhaupt passieren konnte. Es wurden Schuldige und Sündenböcke gesucht, während die so mächtigen Unterstützer des Shah`s in den USA sofort auf den Plan gerufen wurden um irgendeine Lösung zu finden; natürlich eine Lösung die zur Re-Installation des Shah`s führen sollte.

Die Frage nach der richtigen US-Haltung gegenüber der Revolutionsführung in Teheran führte zu bitterem Streit in den Fluren des Weissen Hauses. Insbesondere der Nationale Sicherheitsberater Zbigniew Brzezinski, trägt eine grosse Schuld an der Repression der Massendemonstrationen im Jahr 1978 im Iran, da er dem Shah immer wieder klar machte dass nur eine starke Hand und starke Antwort des Monarchen die Unruhen besänftigen könne. Nach dem Sturz des Shah`s war es schliesslich ebenfalls Brzezinski der am lautesten nach einem Schuldigen für das Debakel suchte. Auch die mächtige Rockefeller Verbindung übte immensen Druck auf Präsident Carter und Brzezinski aus, dass die USA alles nur erdenklich mögliche unternehmen sollte um dem Shah zu helfen. Brzezinski war es schliesslich auch, der die Empfehlung des US-Botschafters in Teheran im Jahr 1978, Bill Sullivan, sabotierte als er eine Kontaktaufnahme der USA mit Khomeini in seinem Exil bei Paris empfahl.
Die bereits genannten Senatoren Jacob Javits und Barry Goldwater, welche zu den grössten und mächtigsten Unterstützern des Shah`s im Kongress gehörten, machten sich ebenfalls an die Arbeit nach Möglichkeiten zu suchen den "neuen Iran" zu verteufeln. Diese Gelegenheit ergab sich Anfang Mai 1979, als Nachrichten von Massenexekutionen im Iran die Runde in der westlichen Presse machten. Javits formulierte eine Resolution die die Hinrichtungen und die "Pogrome an iranischen Juden" verurteilen sollte. Diese als "Javit-Resolution" berühmt gewordene Resolution basierte auf der Exekution des jüdisch-iranischen Geschäfsmannes Habib Elghanian am 9. Mai. Elghanian war der US-Botschaft in Teheran aber keineswegs fremd. Seine Akte hielt ihn für den Drittreichsten Mann im Iran und beschuldigte ihn der Korruption und Bereicherung auf Kosten des Staates. Seine Hinrichtung hatte schliesslich nichts mit seinem jüdischen Glauben zu tun, sondern er wurde exakt wegen seiner engen Verbindung zu Mohammad Reza Pahlavi und Israel sowie Korruption und Verrat hingerichtet. In diesem Zeitraum den die Javits-Resolution als Beweis eines iranischen Pogroms an der jüdischen Bevölkerung im Iran wertete, vom 7. Mai bis 11. Mail, wurden insgesamt 29 Männer hingerichtet. Alle 29 Männer wurden des Hochverrats wegen beschuldigt und hingerichtet und nicht wegen ihrem Glauben. Dass Habib Elghanian ein Jude war, war einfach nur Zufall und hat keinesfalls etwas mit einem "Pogrom an Juden" zu tun wie es Senator Javits in Washington dargestellt hatte.

 Obwohl es nach der Rückkehr von Khomeini hätte klar sein müssen das er DIE Autorität im Lande war, wollten es die Amerikaner schlichtweg nicht wahr haben. Sie konzentrierten sich stattdessen auf die Moderaten der neu installierten Übergangsregierung, wie den neuen Ministerpräsidenten Mehdi Bazargan. Man einigte sich in Washington darauf, einen informellen Kontakt zu der als "moderat" eingestuften neuen Regierung unter Ministerpräsident Bazargan zu halten. Als Verbindungsmann wurde der CIA-Agent George W. Cave ernannt.
Cave traf sich zum ersten Mal am 5. August 1979 mit dem iranischen Vize-Ministerpräsident Amir Entezam in Stockholm. Entezam hatte grosses Interesse eine gute Beziehung zu den USA aufzubauen und schlug gegenüber Cave vor, einen permanenten Kontakt in Teheran zu erstellen. Doch der amerikanische Agent gab ihm zu verstehen, dass die US-Vertreter für einzelne Meetings mit auserwählten Vertretern der iranischen Regierung nach Teheran reisen würden. Das erste Treffen erfolgte dann tatsächlich bereits 16 Tage später am 21. August 1979 in Teheran. Aber es war nicht George W. Cave der angereist kam, sondern ein anderer CIA-Agent mit dem Namen Robert Clayton Ames. Ames traf sich mit Ministerpräsident Bazargani, Aussenminister Yazdi und Vizeministerpräsident Entezam und briefte sie über die Situationen im Irak, Afghanistan, Palästinenser und natürlich über die Sowjetunion.

Das zweite Treffen fand dann am 15. Oktober wieder in Teheran statt. Diesesmal kam auch George W. Cave mit. Dieses Treffen war es schliesslich, dass dem extremen Flügel der Revolutionäre als Beweis dafür diente, dass die US-Botschaft in Teheran hinter dem Versuch steckt gemeinsame Sache mit dem abgesetzten Shah zu machen, nachdem dieser genau eine Woche später am 22. Oktober in die USA aufgenommen wurde.
Diese Angst vor einem erneuten Coup der Amerikaner war nach der Aufnahme des Shah`s in die USA am 22. Oktober bereits hoch, doch als die Iraner von einem Treffen auf höchster Ebene zwischen Ministerpräsident Bazargan und dem amerikanischen Nationalen Sicherheitsberater Brzezinski im algerischen Algiers am 1. November 1979 erfuhren, explodierte diese enorme Spannung im Iran und entlud sich in Massendemonstrationen mit etwa 2 Millionen Teilnehmern. Sie alle sahen die Bilder im Fernsehen wie ihr Ministerpräsident dem Amerikaner die Hand schüttelte, während zur gleichen Zeit "dem kriminellen Shah in den USA Zuflucht gewährt wurde".

Nach drei Tagen von Massendemonstrationen stürmten etwa 500 Studenten die US-Botschaft in Teheran am 4. November 1979 und nahmen 61 amerikanische Botschaftsangehörige als Geiseln.  Sie alle waren fest und zutiefst davon überzeugt, wie im Übrigen die Millionen von Demonstranten in den Strassen Teherans und anderen Städten im Iran auch, dass in der US-Botschaft wieder ein Plan ausgeheckt wird, welcher ihre mit ihrem Blut und Mut erreichte Revolution vernichten und den verhassten Shah wieder zurückbringen soll.










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